
Wann ein Coaching für Väter etwas bringt und wann nicht
Aktualisiert: 24. Sept.
Es kommt vor, dass mir ein Mann gegenübersitzt und zwanzig Minuten braucht, um zu erklären, warum sein Kalender im Moment keine andere Wahl zulässt. Ich lasse ihn ausreden und frage dann, was er sich von einem Coaching erhofft. Die Antwort ist oft: es soll ruhiger werden. Dann sage ich ihm, dass ich das nicht liefern kann.
Das ist der unangenehmste Teil meiner Arbeit und gleichzeitig der ehrlichste. In sieben Jahren und mit über hundertfünfzig Klienten habe ich gesehen, dass ein Coaching nicht bei jedem und vor allem nicht zu jedem Zeitpunkt etwas bringt. Wer das vorher ausspricht, spart beiden Seiten ein halbes Jahr.
Etwas bringt es dann, wenn du benennen kannst, was dich stört. Nicht sauber und nicht in Fachbegriffen. Ein Satz reicht. Ich komme heim und bin trotzdem nicht da. Ich reagiere auf meinen Sohn so, wie ich es mir nie vorgenommen hätte. Meine Frau und ich reden seit Monaten nur noch über Logistik. Mit solchen Sätzen lässt sich arbeiten, weil sie einen Ort haben. Sie spielen an einem bestimmten Abend in einer bestimmten Küche.
Es bringt auch etwas, wenn du bereit bist, zwischen zwei Terminen etwas anders zu machen. Die Stunde bei mir verändert wenig. Was verändert, ist der Mittwoch danach, an dem du das Telefon zwischen sechs und acht in die Schublade legst, obwohl es sich falsch anfühlt. Ohne diesen Teil bleibt ein Coaching ein gutes Gespräch, und dabei bleibt es dann auch.
Und es bringt etwas, wenn du von dir aus kommst. Nicht, weil deine Partnerin gesagt hat, du sollst. Der Unterschied zeigt sich spätestens in der zweiten Sitzung.
Jetzt der andere Teil.
Wenn du erwartest, dass dein Umfeld sich anpasst, während du gleich bleibst, bist du bei mir falsch. Ich habe Männer erlebt, die sehr genau wussten, was die Firma und die Schwiegermutter anders machen müssten. An dieser Liste arbeiten wir nicht.
Wenn gerade alles brennt, ist es oft der falsche Moment. Eine Trennung mitten im Vollzug, eine Firma, die kippt. Da braucht es zuerst jemanden, der neben dir steht, und nicht jemanden, der Fragen stellt. Ich sage das dann und wir verschieben es. Manche melden sich ein Jahr später wieder, und dann stimmt der Zeitpunkt.
Wenn eine Erkrankung im Spiel ist, gehört das in ärztliche oder therapeutische Hände. Coaching ist keine Therapie. Ich arbeite mit Männern, die funktionieren und trotzdem merken, dass etwas nicht stimmt. Das ist etwas anderes.
Es gibt noch einen Fall, über den selten jemand spricht. Manchmal weiss ein Mann längst, was zu tun wäre, und sucht jemanden, der ihm bestätigt, dass er es nicht tun muss. Dafür bin ich der Falsche. Das merken beide Seiten schnell.
Aus dem Profifussball kenne ich die Situation, in der ein Trainer dir etwas sagt, das du selber schon wusstest, und es erst dadurch wahr wird. Im Kern passiert in einer guten Sitzung genau das. Du musst es allerdings hören wollen.
Wenn du beim Lesen an einen bestimmten Abend gedacht hast oder an eine Reaktion, die du bereust, dann ist das ein brauchbareres Zeichen als jede Liste hier. Wie ich arbeite und mit wem, steht auf der Seite zum Coaching für Väter in Zürich. Lies sie in Ruhe und entscheide danach.




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